Schlafbedürfnis

  • Überall liest/hört man ja, dass Welpen (und Junghunde) auf jeden Fall pro Tag 18-20 Stunden Schlaf bekommen sollen.

    Unsere Hundeschule sagt sogar, dass sie eher 20-22 Stunden Schlaf pro Tag bekommen sollen.


    Habt ihr euch bei euren Welpen daran gehalten ? Oder eure Hunde als Welpen/Junghunde sogar freiwillig so viel geschlafen? Oder hatten eure Welpen/Junghunde tagsüber kaum Schlaf?


    Als Amy, als 4 Monate altes Küken, zu mir kam hieß es von allen Seiten : das ist ein Malinois, der muss ganz viel ausgelastet werden! .. das habe ich gemacht und nie darauf geachtet wie viel sie am Tag geschlafen hat. Viele Jahre hatte ich einen Hund, der kaum zur Ruhe kam. Ich habe sie teilweise im Haus an der Leine gehabt damit sie nicht den ganzen Tag durchs Haus hibbeln konnte.


    Bei Lumi weiß ich gar nicht mehr wie ich das gemacht habe aber Zuhause zu entspannen war für sie noch nie ein Problem und sie hatte auch noch nie etwas dagegen einfach mal ein paar Tage zur zu schlafen.


    Bei Blume wollte ich darauf achten, dass sie genug Schlaf bekommt denn sie ist ja auch so ein aufgedrehtes sehr aktives kleines Ding.

    Am Anfang hat sie auch freiwillig viel geschlafen. Als das nicht mehr so geklappt hat und sie selber nicht mehr zur Ruhe kam habe ich eine "Pausen"- Decke aufgebaut. Wenn ich sie auf die Decke gebracht habe und gesagt habe "Blume macht Pause" hat sie das auch immer gut akzeptiert und hat dann auch schnell geschlafen.


    Aktuell meint Blume allerdings sie muss nicht den "halben Tag" schlafen und jammert auf ihrer Decke rum anstatt zur Ruhe zu kommen und zu schlafen.

    Und ich merke dass ich mir und ihr unnötig Druck damit mache.


    Darum frage ich mich gerade :

    Wie wichtig ist das wirklich?

  • Ich finde das man das anders betrachten muss.

    Wenn ein Hund, gerade ein junger Hund aktiv gelernt hat oder viel mitgemacht hat, braucht er danach definitiv eine Pause um das gelernte bzw. die Erfahrung zu verarbeiten.

    War das etwas viel, drehen sie gern über und man muss sie zur Ruhe "zwingen". Sprich hinlegen und Kuscheln.


    Hat ein Hund grad nichts aktiv gemacht und ist deshalb nicht müde, braucht er da auch keinen Schlaf, sondern hat vermutlich eher Langeweile oder ist unterfordert.


    Die Frage die sich mir dann erstmal stellen würde: Kann ich dem Hund aktuell etwas bieten, dass er lernen kann, so dass er mude wird?


    Das ist aber eine Frage die ich mir wirklich stelle, wenn ich grad effektiv nichts sinnvolles gemacht habe.


    Vieles ist auch Bauchgefühl.


    Der Weg den du mit Amy beschreibst, wäre nicht mein Weg gewesen.


    Die Schlafens bzw. Ruhezeit von 20 Stunden halte ich aber für utopisch.


    Somebodys annoying dog, is someone else best friend.

  • Klein-Annu hatte meines Erachtens ein gutes Schnarch - Party Verhältnis. Aber garantiert keine 18 - 20h Schnarchzeit. Dafür war und ist die Welt zu aufregend. Bei manchen Bereichen der Hundehaltung wird für mein Geschmack immer etwas zu viel des Guten theoretisiert.


    so weit

    Maico

    Konfuzius sagt: "Wenn alle Stricke reißen, bist du zu schwer."

  • Ich finde das auch völlig übertrieben. Da geht immer viel in die Extreme und es wird ja gar nicht aufs Individuum geschaut. Wo lebt der Welpe, was hat er bisher kennen gelernt, wie ist er vom Typ her...? Ein Welpe der ständig schläft würde mir eher Sorgen machen und andersrum würde ich auch keinen Welpen dazu zwingen wenn er es nicht tut

    -Glück ist nur echt, wenn man es teilt-

    Alexander Supertramp

  • Dieses pauschalisieren finde ich grundsätzlich blöde. Hunde sind einfach verschieden.


    Als Welpe hat Joschi viel geschlafen. In der Junghund-/Pupertätsphase war er immer auf Achse, zu allen Schandtaten bereit und wollte ständig spielen.

    Da habe ich wirklich darauf geachtet, dass er zwischen der Action auch viel ruht. Auf die Uhr habe ich dabei nie geschaut, sondern auf mein Bauchgefühl gehört.

    Auch jetzt bremse ich ihn immer mal, denn er würde bis zum umfallen spielen und toben. Inzwischen kann er aber besser runterfahren.


    Ich glaube, dass es für so kleine Wusel sehr schwer ist alleine runter zu fahren. Joschi brauchte da ganz viel Körperkontakt (auch heute noch, aber längst nicht so viel wie vorher).

    Erinnerungen sind kleine Sterne,

    die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.

                                            (Antoine de Saint-Exupéry)

    Edited once, last by Kibu ().

  • Ein Welpe der ständig schläft würde mir eher Sorgen machen und andersrum würde ich auch keinen Welpen dazu zwingen wenn er es nicht tut

    Wenn man merkt, dass der Welpe aber absolut drüber ist, weil nach müde kommt ja bekanntlich blöd, würde ich den nicht noch zusätzlich bespaßen, sondern schon in Richtung Ruhe bewegen wollen. Rührt dann natürlich daher, dass der Welpe das Verhalten aus Überforderung zeigt, und das einfach ungesund ist.


    Somebodys annoying dog, is someone else best friend.

  • Welpen neigen vor allem, wenn sie viel durch andere Hunde bespasst werden zur Überforderung und können dann kleine Nerv Bündel werden.

    Da kann Schlaf, oder zumindest Ruhephasen helfen, das Adrenalin abzubauen.

    Der Stress, der dabei entsteht, auch positiver, muss ja irgendwann wieder abgebaut werden. Das ist schlichte Biologie.

  • Meine Hunde sind ja alle bei mir auf die Welt gekommen und mit ihren Geschwistern aufgewachsen. Da ergab sich immer von selbst der Rhythmus essen-spielen-schlafen-essen-spielen-schlafen- in Endlosschleife .

    Am Anfang war die Schlafphase am längsten. Das änderte sich je älter sie wurden. Ich wäre nie auf die Idee gekommen da einzugreifen. Wenn sie wach wurden bekamen sie ihr Futter, in den ersten Wochen 5 bis 7 mal am Tag, und alles andere ergab sich von selbst.

  • Meine haben sich von alleine hingelegt oder sich angekuschelt, die schlafen ja nicht tief und fest ist eher so ein dösen.

    Nachts haben sie meist von 23 bis 4 Uhr wirklich geschlafen, Wecker auf 4 Uhr gestellt kurz Pipi machen lassen und ins Bett gebracht wo sie etwa bis 6 Uhr geschlafen haben. Wenn es im Haus ruhig war haben sie immer mal zwischendurch kurz geschlafen.

    Auf die Uhr geschaut habe ich dabei nie.

    • Das Leben ist zu kurz, um sich ständig zu fragen, was andere über einen denken. (unbekannt)
  • Ein Welpe der ständig schläft würde mir eher Sorgen machen und andersrum würde ich auch keinen Welpen dazu zwingen wenn er es nicht tut

    Wenn man merkt, dass der Welpe aber absolut drüber ist, weil nach müde kommt ja bekanntlich blöd, würde ich den nicht noch zusätzlich bespaßen, sondern schon in Richtung Ruhe bewegen wollen. Rührt dann natürlich daher, dass der Welpe das Verhalten aus Überforderung zeigt, und das einfach ungesund ist.

    Also Nuka hatte vom Welt erleben schon so viel Input dass ich den erst gar nicht zusätzlich bespaßt habe.

    -Glück ist nur echt, wenn man es teilt-

    Alexander Supertramp

  • Arvid hatte ich immer und überall dabei, Jule (Hütehampel) war im Stall usw. auch immer dabei, dass Feivelchen ist fast geplatzt vor Energie ,drüber war er aber nicht.

    Ich bin mir aber total sicher dass Stress absolut zur Nervosität führen kann.


    Dass ist eins der schwierigsten Sachen, den Unterschied zu erkennen.

  • Basti hat noch nie 18 - 20 Stunden geschlafen. Er ist ja auch ein kleiner Wusel und immer schnell 'angeknipst '.

    Für mich ist es wichtig, dass er seine Ruhephasen hat und er in diesen Zeiten liegt und döst, schläft oder sein Kauholz bearbeitet.

    Bei uns gibt es die Mittagsruhe und in diesen 1 - 2 Stunden schläft Basti fest.

  • Die letzten drei Hunde haben bei mir nichts "gelernt", wir haben zusammen gelebt und das hat mir und offensichtlich auch ihnen gereicht.

    Kuma vom Sohn ist sehr gut erzogen, hört gut, etwas, was ich jetzt mit Louie auch mehr anstrebe, als ich es mit den beiden kleinen Schwarzen getan habe.

    Aber, manches empfinde ich als Dressur, soweit will ich in meiner Welt gar nicht gehen. Nur das Zusammenleben muss funktionieren.

    Niemals käme ich auf die Idee, mein Hund muss was lernen, wir müssen was trainieren, damit er müde wird. Trainiert wird nur, was im Zusammenleben Sinn macht.

    Aber, anders als Shyruka, strebe ich ja keinen Job für den Hund an.

    Die Unterordnung, wie sie es mit ihrem Hund zeigt, macht für mich Sinn, wenn sie es als Suchhund braucht.

    Für mich und meine Hunde stellen sich mir alle Haare auf, wenn ich denke, mein Hund müsste so funktionieren und ich müsste ihn bis ins Detail auf sowas dressieren.

  • Ein Hund lernt immer. MIndestens das Miteinander. Das hat nichts mit Erziehung und Training zu tun.

    Gehst du mit einem jungen Hund an einem neuen Ort spazieren, dann lernt er.

    Hort er ein neues Geräusch, lernt er.

    Spielt er mit anderen Hunden, lernt er.


    Und deshalb brauchen auch junge Hunde ohne Training oder Ausbildung Ruhe Pausen. Jeder Hund braucht das. Genau wie Kinder. Die werden in der Kita ja auch nicht ausgebildet.


    Edit: Das ist halt einfach Lerntheorie. Und das ist mit der Grund warum junge Lebewesen so viel Schlaf benötigen. Zum Verarbeiten und verfestigen im Schlaf.


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    Edited once, last by Shyruka ().

  • Irgendwie wird mir das gerade zu blöd. Wissen muss irgendwie verarbeitet werden. Und genauso wie Menschen, lernen alle Lebewesen stätig. Das hat nichts mit Tricks zu tun. Da reicht ein Besuch bei der Oma, wo Hund noch nie war, und wo es plötzlich einen ganz anderen Fußboden belag gibt, der so gewienert ist, dass man sich drin spiegelt.

    Oder Stufen durch die man durchgucken kann.

    Hunde müssen sich dann ggf. überwinden und lernen dadurch. Oder sie lernen dass über den Boden rutschen super lustig ist.


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  • Ich weiß jetzt gar nicht worüber du dich ärgerst 🤔.


    Enya konnte zb auch gar nichts ausser

    -nicht jagen

    -nicht abhauen

    -kein Problem mit anderen Hunden.....


    War super, aber alleine für Arvids Arbeit hätte das nicht gereicht.

    Ein RH muss natürlich noch viel mehr können.

  • Shyruka

    Es stimmt doch völlig, was du zum Ruhebedürfnis sagst, daran stosse ich mich gar nicht. Auch nicht an dem, was du leistest - und das sehe ich in Bezug auf dich UND deinen Hund wirklich als Leistung, im positiven Sinne.

    Aber was über das, was du hier als lernen beschreibst, hinausgeht, das 100% Genaue in der Ausführung von was auch immer, das ist mir für mich nicht vorstellbar. Da bin ich nicht der Typ zu. Das soll keine Kritik sein. Nur eine Feststellung.

  • Aber das hab ich hier doch nirgendwo geschrieben? Meine Texte waren ganz allgemein gehalten auf jede Lernsituation mit Junghund.

    Es geht hier doch gerade um Blume und das Schlafbedürfnis von jungen Hunden und nicht um RH Ausbildung...




    Somebodys annoying dog, is someone else best friend.

    Edited once, last by Shyruka ().

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