Nachahmung

  • Also, ich hatte ja schon des öfteren 2 oder mehr Hunde und ab und zu, haben die sich auch Dinge voneinander abgeschaut.

    Meist den größten Blödsinn. :D

    Aber Ferun und Valerie schauen sich vom jeweils anderen, die Schrulligkeiten ab.

    Ferun versucht sich im Erdefressen,

    Valerie schläft mit Kopf nach unten und Nasenstütze, .... solch kleine Eigenheiten eben.

    Dauernd fällt der Satz : "Das hat sie ja noch nie gemacht."


    Kennt ihr das auch?


    Mit Valentina und Ferun war das nicht so.

  • Diesen Satz höre ich von meinem Mann öfter, das hast Du Dir vom jeweils anderen abgeschaut.

    Bonni läuft vom Flur in die Küche immer über die Couchim Wohnzimmer..............warum weiß ich nicht, jetzt macht das Ben auch manchmal.

    Gibt bestimmt noch viele solcher Kleinigkeiten, die mir im Moment gar nicht so bewusst sind.

  • Ich finde, dass das ein total spannendes und wichtiges Thema ist! Was kann ein Hund vom anderen Vierbeiner, oder auch von seinem Menschen durch einfaches "Spiegeln" lernen? Sind Hunde die gut "spiegeln" einfacher zu erziehen? Da stellen sich doch Tausende von Fragen. Dem gemeinen Züchter allerdings wohl nicht, der achtet lieber darauf, dass seine Hunde exakt ins (aus meiner Sicht meist schwachsinnige) Rassestandard-Raster passen.


    Ein kleines Beispiel, mein ACD Doggie war ein Wunderhund im Bei-Fuß-gehen. Zuverlässig, freudig, fröhlich und exakt, und, die anderen ACD-Halter werden mir recht geben, das ist normalerweise nicht die Übung, welche die Hunde dieser Rasse richtig gern und gut machen.

    Nur, ich habe es meinem Hund beigebracht, indem ich meinen erwachsenen BC bei Fuß platzierte und

    den noch ganz kleinen Cattle Dog zwischen dem BC und meinem linken Bein schön langsam ein paar Meter gehen ließ,dann, nach einem schnellen Sitz, durften beide Hunde als Belohnung abkacheln.

    Ich habe das gar nicht allzu oft geübt, aber das saß bei dem kleinen Doggie lebenslang wahrscheinlich besser als jede andere Übung.


    Ich muss da noch mehr drüber nachdenken.

    "Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält."


    Max Frisch

  • Sind Hunde die gut "spiegeln" einfacher zu erziehen?

    Ich kann das natürlich nicht beantworten, weil Lynnko mein erster Hund ist. Aber sie spiegelt sehr viel und ich kann auf jeden Fall sagen, dass mir dieses Spiegeln vieles sehr einfach gemacht hat, sozusagen von alleine lief.


    Praktisches Beispiel: Vor Straßenüberquerungen konsequent am Bürgersteig stehen bleiben und erst auf „Kommando“ weitergehen. Beim ersten Versuch, Lynnko das beizubringen, haben wir gedacht, das wird nie was. Es war völlig offensichtlich, dass sie Null Sinn darin gesehen hat. Das „Vorleben“ brachte dagegen schnell das gewünschte Ergebnis. Dabei bin ich einfach flott vorweg marschiert, mein Mann rief kurz vor der Straße „Warte“, ich bin wie angewurzelt direkt an der Bürgersteigkante stehen geblieben, bis mein Mann und Lynnko aufgeschlossen hatten, alle drei kurz stehen bleiben und gucken und dann auf Kommando „Und los“ zügig über die Straße. Das ganze natürlich auch mit vertauschten Rollen und nach zwei Wochen hatte der Rabauke das Fest übernommen.


    So hat sie auch „Wir gehen auf dem Fußweg, wenn da einer ist“ gelernt und „Wir laufen immer ganz schnell über Straßen, niemals trödeln“ oder „Wenn ein Trecker kommt, dann stellen wir uns wie die Orgelpfeifen am Feldrand auf“ und vermutlich noch einiges mehr, das mir jetzt nicht einfällt. Alles nützliche Dinge im Alltag.


    Daheim hebt sie zum Beispiel automatisch die andere Pfote, wenn ich die andere Hand hebe - praktisch beim Pfoten untersuchen oder Saubermachen.


    Lynnko spiegelt auch Emotionen. Bin ich traurig/ruhig/in mich gekehrt, ist sie es auch. Bin ich fröhlich und voller Tatendrang, hüpft sie um mich herum - auch das macht es im Alltag natürlich leicht, weil sie sich automatisch anpasst.


    Der Alltag mit dem Rabauken funktioniert prima, ohne dass wir groß etwas tun mussten, also im Sinne von trainieren - irgendwie ergab sich alles automatisch und wie von selbst. Ich glaube, Lynnko Sensibilität dafür, was andere machen und wie andere sich fühlen, macht ganz viel aus.

  • Als Ruby frisch bei uns war, musste er noch viel lernen und hatte Angst bzw. war total unsicher.


    Meine Freundin lebt auf einem alten Bauernhof. Im Stall waren Pferde und noch einige andere Tiere.

    Die ersten Male hat Ruby sich nicht in den Stall getraut und hat auch alle anderen Vierbeiner (Pferd, Kuh) angebellt.

    Er hat die Hunde meiner Freundin beobachtet und die sind immer freudig in den Stall gelaufen und haben die anderen Tiere nicht besonders beachtet.

    Ich glaube, er hat so seine Angst und Unsicherheit vor dem Stall verloren. Relativ schnell ist er auch in den Stall rein und raus gegangen. Und Pferde und Kühe sind uninteressant.

    Nur bei den Katzen hat das leider nicht geklappt.

  • Ich würde sagen, dass Wanti mindestens 80% (wahrscheinlich mehr) durch Nachahmung von Lupus gelernt hat.

    Alleine das gehen an der Leine habe ich nie geübt und trotzdem ist sie mein erster Hund, der eigentlich von Anfang an (ich zahle die ersten 4 Wochen mal nicht mit) problemlos und ohne zu ziehen an der Leine lief.

    Viel rumerziehen brauchte ich bei ihr eigentlich nicht. Das lief alles wie von selbst.

    Leider funktioniert das auch bei unerwünschten Sachen. 😬

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