Welpenerziehung: Wie geht ihr vor

  • Wie fangt ihr es an? Geht ihr nach Plan vor oder einfach mal frei Schnauze, was gerade passt.

    Gibt es etwas, was euch ganz besonders wichtig ist?

    Was macht ihr gar nicht?

    Geht ihr in eine Welpengruppe? Oder sagt ihr, die braucht ihr nicht.

    Baut ihr die Tricks im Alltag ein oder macht ihr euch einen Zeitplan über mehrmals am Tag einige Minuten?


    Mir persönlich ist der Rückruf am wichtigsten. Damit fange ich ehrlich gesagt schon an, während ich den Namen festige. In den ersten Tagen kann man sicher sein, dass der Welpi einen groben Plan hat, dass jedes mal wenn ich ihn rufe, die Party abgeht.


    Das Zweite ist eher eine Regel. Kein Hund darf eine Pfote ins Wohnzimmer setzen. Das lernt jedes Hundi am ersten Tag.


    Und der Klicker wird sehr bald aufgebaut. Damit ich alles bestätigen kann, was das Hundi von selbst anbietet.


    Der Befehl „Leg dich“, „Schluss“, „Schlafen“, „Gibs“ lernen sie alle auch relativ schnell. Dakota wusste nach 3 Tagen, was „Schluss“ und „Leg dich“ bedeutet. „Schlafen“ und „Gib“ nach 1 Woche.


    „Leg dich“ heißt, sie sollen sich irgendwo hinlegen und ruhe geben. „Schluss“ mit dem jetzigen Scheiß aufhören und sich was anderes suchen. Und „Schlafen“ eben schlafen. „Gib“ baue ich gezwungener Maßen auf, weil Welpi eben draußen alles in die Schnauze nimmt. Die muss den Dreck draußen einigermaßen zuverlässig ausspucken können.😅


    Ansonsten gehe ich nicht nach Plan vor und baue alles in den Alltag ein. Da kann es schon mal sein, dass in den Zigarettenpausen, der Klicker oder ein Trick aufgebaut wird.

    Ich geh gerne in die Welpengruppe, auch wenn ich sie eigentlich nicht brauche. Aber ich mag es, unter Anleitung zu arbeiten und etwaige Fehler an meiner Haltung sofort auszumerzen. Außerdem kann Welpi mit gleichaltrigen Spielen und lernt auch den Platz gleich kennen. Dakota hab ich ehrlich gesagt auch gleich in der ersten Woche mitgenommen, während ich mit dem Großen im Training war. Die kleine Maus durfte munter alles erkunden.


    Was ich nicht mache, bisher mit keinem einzigen Hund. Busfahren, Zugfahren, Zoo, Restaurant. Weder werde ich jemals mit meinen Hunden Bus oder Zug fahren, noch die mit in einen Zoo nehmen. Ähnlich sieht es mit Gasthäusern aus. In Geschäfte, wie Futterhaus dürfen sie 1-2 x mit aber eher mehr um was anzuprobieren wenn nötig.


    Generell lasse ich mir, bis auf das oben erwähnte viel Zeit. Die Hundis sollen genau das notwendige lernen und Benehmen im Alltag. Für alles andere haben sie ein Leben lang zeit. 😁

  • Aaaaalso, Ticks genau 0 in Worten Null, wir waren weder in der Welpengruppe, noch in der Hundeschule, Trainingsplan gab es auch nie.

    Jetzt ist Frau Hund 7,5 Jahre alt und ich kann vermelden: Der Rückruf klappt inzwischen richtig gut,

    Das Kommando "Lass es" kennt sie auch und sie entscheidet dann immer nach Tagesform, ob sie es befolgen mag, oder nicht.

    Kommando "Bleib bei mir" klappt gut, falls sie dazu Lust hat.

    Sonst kann sie noch: frech sein, laut sein, niedlich sein, taub sein, lustig sein, ab und zu auch brav sein.

    Das wäre es glaub ich.

  • Ich stelle gerade mal wieder fest: Lynnko kann einfach mal gar nix. :see_no_evil_monkey:

    Irgendwann vor längerer Zeit fragte mal jemand in einem anderen Forum, was macht Ihr so mit Euren Hunden auf Euren Spaziergängen? Ich so *denk* ähm nix?

    Und dann dachte ich weiter, das stimmt ja gar nicht, außer das die Hunde schnüffeln und latschen dürfen, wenn es passt, wo sie wollen, spielen wir Verstecken, klettern, kraxeln rum und was weiß ich alles. Also so gar nichts von nix.


    Zu Lynnko passt dann eben der Bonnis Spruch: Du musst nix könnnen, Du musst nur niedlich aussehen. :spiegel:


    Ben und Bonni sind ja eingezogen als sie schon älter waren, da bin ich genauso vorgegangen wie bei Jacky, der als Welpe einzog. Sie haben alle gelernt mit uns zu leben, das meiste lief nebenher. Extra trainiert habe ich nie etwas.

  • Rückruf und Name ist mir auch am allerwichtigsten. Und relativ zeitnah auch abgeben.

    "Bleib" kam später immer noch hinzu. Alles andere kam eigentlich nebenbei spielerisch oder sogar zufällig dazu.

    Mit Wannabe habe ich deutlich mehr geübt. Mit dem Zweithund kam vieles über Beobachtung von ganz alleine. Einen festen Trainingsplan hatten wir nie.


    In einer Welpengruppe waren wir nie (aber ich lehne die nicht ab). Auch eine Hundeschule haben wir nie besucht. Als Lupus zum halbstarken Teenager wurde, waren wir aber knapp 2 Jahre im Verein und haben uns im Agility geübt (was sehr vorteilhaft für unsere Beziehung war).

    Da Lupus mich zu dieser Zeit auch ordentlich an der Leine hinter sich her schleift, habe ich das auch für einige Zeit (im Alltag) trainiert. Da war er aber schon im Junghundalter.

  • Annu hat eine ganze Menge gelernt, aber auch zeitgleich wieder vergessen. Da sie aber kein Welpe mehr war, als sie hier eintrudelte, war mir das letztlich auch egal. Der Zug ist abgefahren.... ;)


    Annu: ""


    so locker

    Maico

  • Puuuh... :denk:

    Gibt es etwas, was euch ganz besonders wichtig ist?

    Eine belastbare Bindung aufbauen. Vertrauen ist der Schlüssel zu allem weiteren. Zeit lassen. Ruhe.

    Was macht ihr gar nicht?

    Den Hund überfordern mit zu erlernenden Kommandos.

    Das Zweite ist eher eine Regel. Kein Hund darf eine Pfote ins Wohnzimmer setzen. Das lernt jedes Hundi am ersten Tag.

    Respekt. Das läuft sicher völlig unaversiv.

    Der Befehl „Leg dich“, „Schluss“, „Schlafen“, „Gibs“ lernen sie alle auch relativ schnell. Dakota wusste nach 3 Tagen, was „Schluss“ und „Leg dich“ bedeutet. „Schlafen“ und „Gib“ nach 1 Woche.

    Dito.

  • Ajan war ja weitgehend "selbsterziehend". Rückruf ist eigentlich das einzige, auf das ich Wert lege. Er war nie in einer Hundeschule, hatte auch keinen Trainer oder so. Soll er etwas lassen, gibts von mir einen "Unmutslaut" da reicht die Stimmlage. Manchmal ist es auch gut einen sensiblen Hund zu haben. :ja:

  • Ja, ein Cattle Dog ist gut zu erziehen. Als leicht würde ich sie aber sicher nicht bezeichnen. Sie haben schon einen starken Willen. Auch sie wollen in der Regel den Sinn hinter einer Aufgabe sehen.

    Übrigens haben/hatten wir auch einen Crocker-Mix und eine Labrador(?)-Boxer/RB-Mix Hündin in der Familie. Da lief das sehr ähnlich.

  • Wega war der einzige Welpe mit dem ich zu tun habe, aber an sich ist es ja bei der Übernahme eines älteren Hundes ähnlich


    Ganz klar am wichtigsten der Rückruf, war aber bei ihr sehr einfach.

    Mir ist es auch wichtig, dass sie nicht jagt, auch nicht Krähen, Hühner etc (ok Katzen bellt sie aus Rache an)

    Nicht an Leuten hochspringen, (und nicht die Milchzähne in Menschen rammen!)


    Alles andere hat sie so nebenher gelernt, Kommandos wie Bleib, Warte finde ich wichtig, Stopp bzw Nein auch.

    An der Leine hinter mir die Seite wechseln finde ich in der Stadt praktisch.

    Dass sie nicht überallhin darf, ging auch so nebenbei



    Bahn und Bus fahren ist bei von Anfang an Alltag gewesen, Auto fahren war mühsamer, da wurde es ihr schlecht.


    Hundeschule ist bei uns obligatorisch, so habe ich einen Welpen- und einen Junghundkurs gemacht, war ganz lustig, leider habe ich keinen netten Nachfolgekurs gefunden, wobei Wega das wohl recht war.

    Denn die einen sind im Dunkeln - Und die andern sind im Licht.
    Und man siehet die im Lichte - Die im Dunkeln sieht man nicht.

    B.Brecht

  • Das ist wirklich interessant, wie andere das alles Handhaben. Wobei ich oben lieber Welpen und Junghund hätte schreiben sollen 😁

    Bitte verbesser mich, falls ich falsch liege aber möchtest du mir etwas sagen?🤔


    Du weißt ja noch nicht einmal wie ich mit meinen Hunden arbeite und ihnen Dinge beibringe.


    Und aversiv ist so eine Auslegungssache. Wenn klare, faire Ansagen aversiv sind, dann ja.


    Aversiv ist für mich nicht, den Hund aus dem Zimmer schicken und ihn Belohnen, wenn er draußen bleibt.

    Genauso wenig, wie "Schlafen" zusagen, wenn Welpi müde ist und sowieso gerade einschläft.

    Oder ein "Schluss" mit lauter Stimme.

    Das "Leg dich" jedesmal zusagen, wenn Hundi wieder aufsteht und es mit einem Adlerauge zu beobachten und einfach penetrant das einfordern, bis Hund kein bock mehr hat und liegen bleibt.


    Und ja, wenn Welpi jetzt ins Wohnzimmer gehen sollte, geht ein Donnerwetter los. Da schicke ich auch gerne mit ausgestrecktem Finger wieder über die Türschwelle. Aber dort in dem Raum laufen Kanninchen frei rum und ich kann es mir nicht leisten, dass ein Hund an mir vorbei kommt und glaubt das isn Spielzeug.

  • Nyla war quasi selbsterziehend. Kommandos versteht sie einfach. Von Anfang an.. und hat (atbeitshundtypisch) extrem viel Spaß daran, mit mir zusammen zu kommunizieren und zu arbeiten. Man muss (heute noch) eher bremsen, und als Junghund den (sehr extrovertiert kommunizierten) Frustausbruch gekonnt umlenken, der IMMER kam, wenn man irgendeine Übung beenden wollte :bäng:

    In einer Junghundegruppe waren wir ca 1 Jahr, beginnend ab etwa 4 Monate . Bei den dort spielerisch zu erlernen Übungen war sie immer Klassenbester :girlie44: .. wofür ich diese Phase aber als besonders wertvoll empfunden habe, ist WARTEN zu lernen. Warten bis die anderen auch alle dran waren. Nicht die ganze Zeit auf Sendung zu sein und in nullkommanix die Übungen abzureißen. Irgendwann wurde es aber tatsächlich zu langweilig, weil die Gruppe sehr inhomogen war und wir nichts mehr wirklich mitgenommen haben. Ich würde das aber immer wieder machen, gerade mit so hoch-/übermotivierten Hunden finde ich das wirklich wertvoll.

    Nyla ist immer noch kein geduldiger Hund (Augen auf bei der Rassewahl :grinning_squinting_face: ). Aber ihre Frustrationstoleranz und Reizschwelle konnten wir schon in einem positiveren Bereich verschieben...(wenn es auch nie an die anderer Vertreter heranreichen wird :grimacing_face: ).

    Das mit dem Wohnzimmer fände ich persönlich sehr schwer (für mich), kann aber das Kaninchenargument durchaus nachvollziehen.

    Ich wünsche dir viel Spaß mit den beiden süßen und werde das hier gerne weiter verfolgen:)

  • Ja, ein Cattle Dog ist gut zu erziehen. Als leicht würde ich sie aber sicher nicht bezeichnen. Sie haben schon einen starken Willen. Auch sie wollen in der Regel den Sinn hinter einer Aufgabe sehen.

    Übrigens haben/hatten wir auch einen Crocker-Mix und eine Labrador(?)-Boxer/RB-Mix Hündin in der Familie. Da lief das sehr ähnlich.

    Den Sinn beim Abgeben gibt es halt nicht. Hundi ist völlig überzeugt, dass sie beides haben kann. Und der Erfolg gibt ihr recht -als Welpe ging das noch nicht ganz verlässlich, deshalb ging Tauschen noch. Ein Aus mit Keks ist unendlich langweiliger als nicht locker zu lassen und sich den Keks selbst zu klauen.

  • In einer Junghundegruppe waren wir ca 1 Jahr, beginnend ab etwa 4 Monate . Bei den dort spielerisch zu erlernen Übungen war sie immer Klassenbester :girlie44: .. wofür ich diese Phase aber als besonders wertvoll empfunden habe, ist WARTEN zu lernen.

    Hier das genaue gegenteil. Sie sah überhaupt keinen Grund, Übungen zu wiederhlen und zu warten, wenn da Sonne,Wiese und andere junge Hunde waren. Sie hielt die auch für etwas daneben, dass die noch nicht einmal Versuche gemacht zu toben...

    In dieser Junghundegruppe waren vor allem Labradore, Hütehunde, dann noch ein paar Begleithunde - das ging gar nicht mit ihr. Wir brauchten was, wo das Bellen erwünscht war...also sind wir dann zum SV- und wurden begeistert empfangen. Man hat da schon ihre Leistungsfamilie gemerkt

  • Bei mir gab es das Spieli oder den Knochen nach wenigen Sekunden wieder, oder der Ball wurde geworfen,...

    Heute muss ich das nicht mehr machen. Auf ein "aus" wird abgelegt und es reicht ein Lob und freudiges, gemeinsames Weiterlaufen.

  • Bei mir gab es das Spieli oder den Knochen nach wenigen Sekunden wieder, oder der Ball wurde geworfen,...

    Heute muss ich das nicht mehr machen. Auf ein "aus" wird abgelegt und es reicht ein Lob und freudiges, gemeinsames Weiterlaufen.

    Das ist hier auch so. Von Anfang an auch kein Problem, tolle Dinge abzugeben/zu tauschen... ich denke das ist tatsächlich auch ein bisschen individuelle Veranlagung. Wenn ich sage "ach was hast du denn da? Zeig mal.." , spuckt die mir das Objekt meist prompt vor die Füße und freut sich über meine Beurteilung. Entweder darf sie es wiedernehmen, oder ich nehme es und sie bekommt ein tauschobjekt. Klappt sogar mit Knochen, die sie im Wald findet :grimacing_face: .

    Als Junghund hat sie davon gleich mal selbst einen Auftrag erfunden. sie hat ein Stück Hufhorn aus dem Misthaufen evakuiert und kam zu mir in die stallgasse geflitzt, um es zu benagen. Ich also meinen Satz gesagt, sie spuckt es aus und schaut mich erwartungsvoll an. Ich beschließe, keine Lust auf ausgekotztes Horn in der Wohnung zu haben, kassiere es ein und gebe ihr einen lieblingskeks stattdessen. Den Rest des Tages hat sie damit verbracht, mir Horn von überall her zu apportieren, um Kekse zu bekommen.. :grinning_squinting_face: .. Nylas kleiner persönlicher Kaufmannsladen sozusagen :money_mouth_face:

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