Welpenerziehung: Wie geht ihr vor

  • Bei mir fängt die Erziehung im Grunde fast am ersten Tag an. Ich lasse da nix schleifen, was eventuell später richtig ausgebügelt werden müsste. Heißt: Der neue Hund muss ja auch die Hausregeln kennenlernen: Darf Hund über Tisch und Stühle springen, vom Tisch essen klauen, ins Bett usw. ?

    Beim Spaziergang bin ich recht schnell dabei, den Hund von der Leine zu lassen und dann gehts los mit dem Rückruf - immer fröhlich, lustig, mehr als Spiel und mit Leckerlis. Und natürlich nur dort leinenlos, wo keine Autos fahren.

    Alles andere zeigt sich ja dann in verschiedenen Situationen und in den Lebensphasen.

    So was meine ich, das sind so die Dinge die bestimmt auch der Shibamollosser "kann ".

    Lynnko: „Über Tische und Stühle springen, Essen vom Tisch klauen, ins Bett hüpfen...? Klar kann ich das! :gi33:


    Nee, stimmt schon - Lynnko ist absolut alltagstauglich. Sie kann zu Hause dekorativ rumliegen und dösen, im Büro kann sie das auch. Und auch im Restaurant. Oder wo wir sonst hinfahren. Sie kann ins Auto in ihre Transportbox hüpfen und warten, bevor sie rausspringt. Sie kann richtig gut an der Leine gehen - egal ob Flexi-, Schlepp- oder Führleine und passt sich an die jeweilige Leinenlänge an. Sie kann fast immer kommen, wenn ich sie rufe (manchmal muss sie aber vorher noch was anderes erledigen). Sie kann niemanden belästigen oder anspringen. Sie bellt keine Hunde oder Menschen an (außer sie hat einen guten Grund dafür). Sie kann warten bis Radfahrer vorbeigefahren sind. Sie kann sogar schon Rehe nur beobachten. Hasen ist noch zu schwierig. Sie kann überall mit dabei sein und jeder sagt immer „Das ist aber ein lieber/braver Hund“ - und das obwohl sie eigentlich nix kann...


    Sie kann halt nicht immer zuverlässig und sofort auf meinen Rückruf reagieren - wenn es aus ihrer Sicht vorher was wichtigeres zu erledigen gibt (Hase zum Beispiel oder etwas verdächtiges beobachten/untersuchen), dann muss ich halt warten. Sie wird auch nie sowas können wie ein zuverlässiges Stopp-Signal. Da werde ich immer managen müssen, aber schlimm finde ich das eigentlich nicht.

  • Ich wäre ja froh, wenn ich Minyok wenigstens auf den Behandlungstisch beim Doc bekäme... aber das ist ihm schon zu hoch und er bekommt Panik.


    Über solche Dinge, etwa welche Möbel nicht zernagt, welche Schränke nicht umgestürzt und welche Matratzen nicht ausgefleddert werden, mach ich mir keine generalsstabsmäßigen Gedanken. Zum einen lernt das der Junghund vom älteren automatisch mit, und ein meinerseitiges Unterbrechen von Zerstörungsorgien und exaltierten Destruktionsarien läuft einfach so ohne irgendwelche größeren "welches Trainingskonzept nach XYZ nutz ich nun?" Ansätze.


    so weit

    Maico

  • Nee, stimmt schon - Lynnko ist absolut alltagstauglich. Sie kann zu Hause dekorativ rumliegen und dösen, im Büro kann sie das auch. Und auch im Restaurant. Oder wo wir sonst hinfahren. Sie kann ins Auto in ihre Transportbox hüpfen und warten, bevor sie rausspringt. Sie kann richtig gut an der Leine gehen - egal ob Flexi-, Schlepp- oder Führleine und passt sich an die jeweilige Leinenlänge an. Sie kann fast immer kommen, wenn ich sie rufe (manchmal muss sie aber vorher noch was anderes erledigen). Sie kann niemanden belästigen oder anspringen. Sie bellt keine Hunde oder Menschen an (außer sie hat einen guten Grund dafür). Sie kann warten bis Radfahrer vorbeigefahren sind. Sie kann sogar schon Rehe nur beobachten. Hasen ist noch zu schwierig. Sie kann überall mit dabei sein und jeder sagt immer „Das ist aber ein lieber/braver Hund“ - und das obwohl sie eigentlich nix kann...


    Sie kann halt nicht immer zuverlässig und sofort auf meinen Rückruf reagieren - wenn es aus ihrer Sicht vorher was wichtigeres zu erledigen gibt (Hase zum Beispiel oder etwas verdächtiges beobachten/untersuchen), dann muss ich halt warten. Sie wird auch nie sowas können wie ein zuverlässiges Stopp-Signal. Da werde ich immer managen müssen, aber schlimm finde ich das eigentlich nicht.

    Das reicht doch auch total - finde ich. Meine Hunde sind recht zuverlässig, aber natürlich haben sie ihren eigenen Kopf behalten. Und in manchen Situationen manage ich halt auch.


    Unsere Hunde sind 24 Stunden an 363 Tagen mit uns zusammen. Die fehlenden zwei Tage sind Stunden in Situationen, wo Hunde einfach nicht erlaubt sind (Arzt, Amt usw.).

    Dh. sie müssen sich gescheit in der Gesellschaft bewegen können und das lernen sie.

    Das bedeutet nicht, dass es immer und überall super gut klappt. Sind nun mal Lebewesen mit eigenem Charakter und eigenen Ideen.

  • Ich weiß nicht warum, aber Welpen haben bei mir nie was kaputt gemacht. Und auch später waren sie da immer absolut brav.

    Es gab bei Effie eine Sache, dass sie einmal kleine Weihnachtsbasteleien, die rumstanden, zerkaut hat, um an die Anisplätzchen zu kommen. Oona kaute manchmal auf meinen Haarreifen, wenn ich die rumliegen ließ. Und Effie klaute in der Arbeit Butterbrote aus fremden Taschen.

    Sonst nix, ich schwöre. Keiner!

    Ich schätze mich glücklich.

    Was hier alles rumsteht.........

  • Dass ein Hund Verbalsignale deuten kann, halte ich nicht für Dressur, sondern für elementare Lerninhalte. Mir geht es bei Erziehung nur um Zusammenhänge lernen und nicht darum, den Spass kaputtzumachen. Sprache ist dafür zentral. Ihc finde es auch gemein, dem Hund die Möglichkeit zu nehmen, den Mensch besser zu verstehen- er muss ja mit dessen Welt fertig werden und sich zurechtfinden.

  • Wie fangt ihr es an? Geht ihr nach Plan vor oder einfach mal frei Schnauze, was gerade passt.

    Gibt es etwas, was euch ganz besonders wichtig ist?

    Was macht ihr gar nicht?

    Geht ihr in eine Welpengruppe? Oder sagt ihr, die braucht ihr nicht.

    Baut ihr die Tricks im Alltag ein oder macht ihr euch einen Zeitplan über mehrmals am Tag einige Minuten?


    Grundlegend habe ich schon einen Plan. Ich überlege mir was mir wichtig ist und was sinnvoll ist. Je wichtiger, umso früher wird angefangen zu trainieren. Ich habe aber keinen Zeitplan. Das wird individuell auf den Hund abgestimmt.


    Besonders wichtig war mir bei Karon:

    1. Markersignal

    2. Ruhesignal

    3. Medical Training

    4. Rückruf

    Natürlich die Sozialisierung auf Geräusche, Menschen, Tiere, Untergründe, Umgebung etc.


    Was ich versuche gar nicht zu machen, strafen.


    Welpengruppe habe ich aufgrund von Corona nicht besucht. Ich bin da aber auch zwiegespalten wie sinnvoll so etwas ist...


    Einen Zeitplan habe ich nie wenn es um die Hundeerziehung geht und schon gar nicht bei einem Welpen. Man muss sich ja erstmal kennenlernen bis man weiß welche Menge an Input ausreichend, aber nicht zuviel ist. Außerdem kann es ja mal sein dass man etwas außergewöhnliches vor hat, wie beispielsweise einen Tierarztbesuch, da braucht der Hund dann kein Training mehr. Außerdem muss Hundi und ich Lust und Zeit zum Training haben, sonst macht es keinen Sinn. Und dann noch der Punkt, wie schnell lernt der Hund.


    Auch meine Liste, was mir wichtig war, ist unter Umständen beim nächsten Welpen anders. Es kommt immer individuell auf den Hund (Rasse, Charakter) und natürlich auf meine gemachten Erfahrungen und Anforderungen an.


    Alle Übungen werden zuerst zu Haus trainiert und später in den Alltag integriert.

  • hmmmm kommt auf den Hund an, hab das ja grade 2x hinter mir, mit sehr unterschiedlichen Hunden und Herausforderungen, gut, bei Haku war ich mehr auch Feuerwehr weil es ein paar Mißverständnisse gab.



    Aber im Groben ging es mir

    1. darum, eine Verständigung hinzubekommen, ausgehend von dem, was Hundi anbietet, also viel mehr Beobachten - und in Interaktion gehen und dabei ein paar Begriffe einführen, gerne auch körpersprachlich unterstützt (nein, kein Blocken). Z.B eine einladende Geste zum Kuscheln/Ruhen, für Aufmerksamkeit -z.B. indem man auf etwas interessantes hinweist, und das gemeinsam untersucht usw. Handgesten, Zeigegesten usw lassen sich da ganz leicht spielerisch verabreden, nebenbei natürlich auch die Kooperation und Bindung - eben Beziehung - festigen.


    2. Vor dem Rückruf kam die Leinenführigkeit, indem ich nie die Leine "benutzt" habe um etwas zu erreichen/verhindern - hier war es mit Haku zeitweise etwas schwierig da zu 100% nonaversiv zu bleiben, weil die Tochter das vergeigt hatte (zu spät und erfolglos reagiert statt vorrausschauend agiert - Pferdekacke fressen- ) und Haku sich gerne mal aus dem Geschirr gewunden hat, um ihr Ziel zu erreichen, die ist ja auch sehr hartnäckig.


    3. Speziell bei Lotti ging es ja darum die fehlende Sozialisation nachzuholen, und das Beutefangverhalten unter Kontrolle zu bekommen - sowie die Futteraggression zu mildern .


    4. "Kommandos" und Tricks für Kekse fallen dann eher unter Beschäftigung/Spass.

  • Wie fangt ihr es an? Geht ihr nach Plan vor oder einfach mal frei Schnauze, was gerade passt.

    Gibt es etwas, was euch ganz besonders wichtig ist?

    Was macht ihr gar nicht?

    Geht ihr in eine Welpengruppe? Oder sagt ihr, die braucht ihr nicht.

    Baut ihr die Tricks im Alltag ein oder macht ihr euch einen Zeitplan über mehrmals am Tag einige Minuten?

    1. Kein Plan, alles so wie es grad passt.

    Ich krieg ja erstmal einen Welpen und muss gucken, was das für einer ist. Ich kann ja vorher nichts planen, wenn ich gar nicht weiß, wen ich da vor mir habe und wie man am besten was mit dem anfängt.


    2. Ja. Der stressfreie Umgang mit anderen Hunden.

    Kennenlernen der Umgebung und des Alltags. Und das Kennenlernen zwischen uns.


    3. Alles, was gezielt ist. Ich kann das nicht. Ich finde es nicht schlecht oder lehne es ab, aber ich bin ich noch nie los und dachte "Heute üben wir was". Das ergibt sich alles.
    Ich hab überhaupt keinen Spaß an irgendwelchem Trainingsdingen. Dass wir zwischendurch was lernen liegt nur daran, dass ich bestimmte Dinge tun muss um dann ein Ergebnis zu bekommen. Wenn ich das habe - dann habe ich kein Interesse mehr dran, da noch mehr zu machen. Diese ganze Erziehungssache mache ich selbstverständlich auf das Mindeste beschränkt, ist für mich aber nur ein notwendiges Übel mit dem ich mich eine zeitlang beschäftigen muss - dann mache ich das aber diszipliniert.


    4. Nein. Ich lehne die nicht grundsätzlich ab - es gibt sicher gute Welpengruppen mit Welpen der gleichen Größe und kleinen Gruppen und netten Betreuern.... aber für mich war immer die Frage: Was sollen Welpen von Welpen lernen? Ja, die spielen aber sonst hat das - zumindest sehe ich das so, keinen großen Mehrwert. Ich habe so viele Hunde in meiner Umgebung: Verschiedene Rassen, jeden Alters... ich bin überzeugt, von solchen Kontakten hatten meine Hunde mehr was sie sich mitnehmen konnten. Und ja natürlich: Da waren auch Welpen bei.


    5. Ich hab keinerlei Interesse an Tricks und von den üblichen Signalen gibt es 3 wichtige die dann in den Alltag fließen: Warte, hier und irgendwas für "Dein Ernst jetzt?!".

    LG,
    Nicky & Caillou

    "They say time heals all wounds, but that presumes the source of the grief is finite." Magnus Bane

  • Und nicht, dass es falsch ankommt: Ich nehme die Welpenzeit und das schmale Fenster der Sozialisierung sehr, sehr ernst.

    Ich knie mich da - eben nur auf meine Art - richtig rein.


    Und genau deshalb ärgert es mich so, so sehr wenn mir heute einer sagt: "Du hast immer son GLÜCK mit den Hunden!" :smiling_face_with_horns:

    NEIN, einfach NEIN. Ich hab wirklich viel dafür getan und mich bemüht. Das ist kein Glück, da steckt Arbeit dahinter.

    Vielleicht nicht so, wie andere das machen - das stimmt.

    Dafür hab ich mir viel anhören müssen "Du wirst schon noch sehen was davon hast, Du musst jetzt mal durchgreifen sonst..." oder "Der muss doch langsam mal sitz (oder anderes Signal) lernen!" und das ganze Zeug.

    LG,
    Nicky & Caillou

    "They say time heals all wounds, but that presumes the source of the grief is finite." Magnus Bane

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