Mehr Aufmerksamkeit des HH mit großem Hund, Molossen?

  • Ich möchte euch doch gerne mal fragen, da ich heute eine sehr nette Begegnung hatte, die mich aber einen anderen Blickwinkel aber auch auf die Situation aufgezeigt hat.


    Ich habe ja eine mittelgroße Ridgeback Boxer Dame. Bei manchen Runden treffen wir eine Dame mit mittelgroßem Mischling, wir sagen hallo, die Hunde kennen sich nicht wirklich, wir gehen mehr oder weniger aneinander vorbei.


    Nun haben wir ja in der Familie einen Cane Corso Junghund, 8 Monate ca., darauf sprach mich die Dame heute an.

    Sie sagte, ich sehe sie ja immer mit den Hunden trainieren, mein Hund reagiert anders auf sie, wenn sie den grossen Hund an der Leine haben, sie knurrt und bellt auch, dass macht sie sonst gar nicht, haben sie eine Idee? Ich sagte, hmm, so direkt eher nicht, was ist denn anders also wenn wir uns mit Luna treffen? Sie sagte, keine Ahnung.


    Der CC war zuhause, ich tauschte mal die Hunde und ging wieder raus. Ich ging dann wieder zu ihr raus. Ich muss sagen, sehr interessant für mich, die Dame verhielt sich jetzt ganz anders, sie schaute nicht mich an und redetet freundlich mit mir, sie schaute die ganze Zeit den Hund an, der ja noch gar nicht so groß ist, aber sie war völlig anders und angespannt. In der Tat bellte ihr Hund jetzt die CC Dame an. Ich fragte sie, was ist los, sie sagte nichts, ich ging einen Schritt weiter auf sie zu und sie wich zurück. Nun war es mir klar, ich fragte, haben Sie Angst vor dem Hund, sie sagte erst nein, dann aber, ich kenne die nicht, die sieht sehr bullig aus, mit zögerlicher Stimme fragte sie, wie ist die Rasse denn so? Nun war es mir klar, ich erzählte einiges, sie ist noch jung, wir üben noch viel, so gut wie Luna, also meine Hündin n hört sie noch nicht, aber wir sind auf einem guten Weg, sind Schutzhunde, dass muss man wissen, der Klassiker kam natürlich, die tut nix, macht sie halt auch nicht, will aber gerne freudig zu den Menschen und Hunden. Nach 10 Minuten war sie völlig locker wie ich sie sonst kenne, der Hund bellte auch nicht mehr. Etwas schwer für mich, an der Leine gibts da kein Spiel, der junge CC ist aber noch recht hibbelig natürlich, die Dame wollte natürlich weiter, Welt entdecken.


    Wir verabschiedeten uns und sie sagte noch Danke, ich fragte wofür denn, dass ich ihr den Hund gezeigt und erklärt habe so ganz auf die Schnelle und sie jetzt keine Angst mehr hat.


    Nun zum Kern und zur Frage und auch zu einem evtl. Grundthema. Kommt ein junger Beagle oder Westi auf einen zu, freuen sich die anderen HH evtl. Mehr, zeigen es, oh schau, da kommt ein süßer Junghund, bei dieser Rasse kommt dann evtl. Mehr ein Unwohlsein, anstarren, Angst, oh pass auf, ein CC gefährlicher Hund.


    Das würde es dann diesen Rassen ja viel schwerer machen, wenn eher Skepsis vom gegenüber kommt. Muss ich da, oder sollte man als Hundehalter solcher Rassen gerade dann besonders freundlich sein, andere noch freudiger begrüßen?


    Wie seht ihr das so oder wie sind eure Erfahrungen?

  • Keine Ahnung, ich glaube ich bin immer gleich freundlich, mag meinem Hund aber gerne Ablehnung ersparen...d.h. mit anderem Hund geht das, weil dann der andere Hund die Spannung herausnimmt. Ohne Hund gibt es nur sehr kurze Begegnungen mit vorurteilsbehafteten Leuten. Dazu treffe ich die auch viel zu selten. Und wenn halten sie sie eh für eine andere Rasse, weil sie nur schwarz und abgeschnittene Ohren kennen...insofern haben wir da wenig Probleme


    Beim Cane Corso vielleicht etwas schwieriger, aber die sind hier so verbreitet- es gibt da wenig Berührungsängste...und weil das so wenige sind, würde ich da nicht viel in solche Kontakte investieren. Wenn da einer alle paar Monate dabei ist, kann man ja an dem vorbei gehen...Ich glaube, dass du da nichts ändern musst.

  • Erstmal finde ich, dass du toll reagiert hast. Ich glaube, dass es bei gewissen Hundeformaten sehr hilfreich ist, wenn man andere Hundehalter aufklärt - gerade wenn die ängstlich oder besorgt wirken.

    Eine Freundin von mir hat einen sehr lieben Schäferhund, aber auch sie kennt so ähnliche Situationen.

    Mir selbst kommt es immer sehr auf den Hundehalter an. Kenne ich den, und weiß dass er seinen Hund gut einschätzen kann und ggf. auch Rücksicht nimmt (heißt seinen Hund zu sich ruft oder anleint), bin ich entspannt. Leider gibt es aber noch immer Menschen, die ihr Ego mit solch einem Hund aufwerten müssen. Das macht es Normalhundehaltern mit solchen Hunden leider nicht leichter - egal wie problemlos der Hund eigentlich ist.


    Deshalb würde ich auf die Frage ob man mit solchen Hunden besonders freundlich reagieren soll schon mit JA beantworten.

    Das muss nicht immer so weit gehen wie in Deinem Beispiel. Da reicht ja auch ein freundliches Nicken und eben Rücksicht.


    Andererseits würde ich mir das grundsätzlich von jedem Hundehalter wünschen. Ich zumindest verhalte mich so.

    Auch wenn mir Nichthundehalter begegnen rufe ich meine Hunde zu mir an die Seite. Haben diese Leute scheinbar Angst, frage ich nach und Leine auf Wunsch freundlich an.

    "Man kann in Tiere nichts hineinprügeln, aber man kann manches aus ihnen herausstreicheln."

    (Astrid Lindgren)

  • Ja, ich beobachte schon immer und bei fast allen Hunden die ich kenne, dass ihre Skepsis-Angst-Respekt- Misstrauen größer ist, je dunkler und je größer der Hund gegenüber. Warum soll das bei Menschen anders sein? Wir sind ja auch nur Säugetiere. Es wird instinktiv die potentielle Gefahr eingeschätzt, ich glaube nicht, dass wir uns davon ganz freimachen können, auch wenn wir gerne immer vorurteilsfrei auf fremde Hunde zugehen würden.


    Schon die Farbe macht einen großen Unterschied. Ich war ja oft mit der schwarzen Tschuli und der weißen Retrieverin unterwegs, und 99% der Menschen, auch Kinder, gingen ausschließlich auf die Retrieverin zu. Obwohl Tschuli mit ihrem Wuschelfell schon auch goldig ausgesehen hat, aber eben fast schwarz war.


    Es gibt Studien dazu, dass Menschen vor schwarzen Tieren eher Angst haben als vor hellen.


    Ich gebe zu, auch mein Denken ist nicht frei von Schubladen, ich glaube das ist auch ganz normal. Wenn ich z.b. einen Schäferhund sehe oder einen Dobermann, Rottweiler, gucke ich ganz besonders, wie ist das Herrchen oder das Frauchen drauf, gehen die freundlich mit dem Hund um, wie gucken die, was kann ich erwarten.

    Vor einem Cane Corso, dessen Herrchen mir freundlich lächelnd entgegenkommt, freundlich mit dem Hund umgeht, würde ich nicht ausweichen, obwohl Holly wahrscheinlich bissel Mores hat. Wenn ich aber sehe, Hund wird streng geführt, hat vielleicht sogar ein Stachelhalsband, Herrchen sieht grimmig und mürrisch aus, würde ich wahrscheinlich dann doch einen Bogen laufen.

    Es ist also das Gesamtpaket, das mich (vor-) urteilen lässt.


    Erlebst du das denn öfter, dass Leute vor dem Cane Corso eher Angst haben als vor deinem Ridgeback Mix?

  • Ich vermeide solche Gedanken, man interpretiert ja immer.

    Generell verhalte ich mich defensiv, versuche immer nett ins Gespräch zu kommen.

    Heute wieder tolle Leute kennengelernt ,mit junger ungestümer Hündin .

    Wir haben uns auf Entfernung abgesprochen, so konnten die beiden ein bisschen spielen, wir Menschen waren uninteressant.

  • Juline


    Gute Frage, bis jetzt war sie ja jung, klein, süß halt, so langsam wird sie groß, immer noch süß, so für mich halt.


    Natürlich ist mir klar, bzw. Uns, dass man da eine Rasse hat, die evtl. Nicht jeder toll findet und ja, dass Klischees stimmt bestimmt auch, wenn mir mein Sohn machmal aus internationalen CC Forum berichtet, kann ich nur den Kopf schütteln.


    Dennoch muss ich da aufmerksam sein und mich selber anders sehen, ich kenne eher keine Angst, ob da nun ein Schäfi, Rotti, Dobi oder so kommt, ich benehme mich eigentlich immer gleich.


    Fällt mir gerade mal ein, ich kam mal zu einem Kunden da waren drei Mastiffs im Haus, da sagte die Kundin, dass ist aber selten, haben sie keine Angst? Ich sagte eher nicht, höchstens Respekt in Ihrem Haus, wenn sie sagen dass es da schwierig ist, dies verneinte sie und es waren für mich halt Hunde, kraftvolle Hunde ja, aber halt auch nur Hunde, im positiven Sinn gemeint.


    Ich habe das mal im Auge, blöd nur, wenn ich jetzt grossartig denke und bewerte, verändere ich meine innere Einstellung evtl, dass möchte ich nicht und nein, ich möchte auch nicht jedem jetzt aufdrängen, der tut nix. Ohne Frage ist es ja optisch eine auffällige Rasse, heute haben wir so viel geübt und Spass gehabt, ist ja nicht mein eigener Hund, aber ich habe heute mal, Maul, Pfoten, Ohren untersucht, der Blick von ihr, mach du mal in Ruhe, ich kann aber weiter hier schlafen oder dösen, o.K. 😅

  • Schon die Farbe macht einen großen Unterschied. Ich war ja oft mit der schwarzen Tschuli und der weißen Retrieverin unterwegs, und 99% der Menschen, auch Kinder, gingen ausschließlich auf die Retrieverin zu. Obwohl Tschuli mit ihrem Wuschelfell schon auch goldig ausgesehen hat, aber eben fast schwarz war.

    Das ist hier auch so. Zumal Higgins auch wirklich wie ein lieber Teddybär aussieht und Scully ja nun auchh leider manchmal etwas gerupft wirkt. Dazu ist sie schwarz und rauhhaarig, viele Menschen reagieren instinktiv positiver auf Higgins als auf Scully.


    Aber viele Kinder sind genau das Gegenteil, finden "den schwarzen" viel schöner und in dem Moment wo sie Scully auch anfassen, sind eh alle ihrem Charme erlegen :D

    Ich würde wohl auch noch eine Extra-Portion Freundlichkeit bei Begegnungen draufpacken, aber ich bin sowieso eher "offensiv-freundlich" und halte das mit jeder Form von Hund für eine gute Idee :)
    Selbst wenn meine Zicke den Berserker heraushängen lässt, grße ich noch freundlich (von Weitem :D ) und man merkt dass die Leute mir das auch danken. Mir tut es immer ein wenig leid wenn ich den bulligen Hunden ausweiche - die Besitzer können ja nicht wissen dass ich ALLEN Hunden ausweiche, zumindest wenn Higgins dabei ist ;) - und hoffe dann durch besonders freundliches Grüßen das Gefühl abzumildern, dass ich weglaufe weil ich Angst vor deren Hunden hab :)

    ______________________________

    Gruß, Friederike




    Wrong in all the right ways

  • BVBTom Ich verstehe irgendwie nicht, warum du dich wunderst.

    Ein grosser, breiter Hund macht natürlich mehr Angst als ein kleinerer, schmalerer. Da geht nicht nur Menschen so, auch vielen Hunden.

    Ich selber habe wohl noch nie einen CC gesehen, aber auf Bildern sehen sie schon beeindruckend aus, und genau dieses Aussehen macht sie ja für viele so interessant. RR hingegen finde ich nicht gerade 'angseinflössend'.


    Bei Menschen ist es doch ähnlich, vor einem 2m Schrank hat man, im dunkeln, eher Angst oder Respekt als vor einem schmächtigen Mensch, auch wenn der vielleicht Boxweltmeister ist.


    Ich würde nicht überschwänglich begrüssen, das mögen viele Leute nicht, vor allem von einem grossen Hund der vielleicht hochspringt und dann fast auf Kopfhöhe ist.

    Auf Dauer nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an

    Marc Aurel

    Edited once, last by nebelfrei ().

  • Mir tut es immer ein wenig leid wenn ich den bulligen Hunden ausweiche -

    Das geht mir auch so! Solange der Testosteron-Status nicht geklärt ist, muss ich ja auch erstmal Abstand halten (bei Knautschgesichtern, die ja bei den „gefährlich aussehenden“ Hunden gehäuft vorkommen, ganz besonders). Vor dem Kontakt kann man das Kelvin nicht eindeutig ansehen.

    Und bei Haltern von bulligen Hunden, DSH und was sonst noch unter Vorurteilen zu leiden hat bemühe ich mich dann auch immer, deutlich zu zeigen, dass ich kein Problem mit deren Hund habe.

    Auch wenn man natürlich mit den Klischees rechnen muss, wenn man sich „so einen“ Hund anschafft, tun mir die Halter schon leid.

  • Danke euch sehr.


    Es geht auch anders rum. Früher hatte ich eine ganz süße Beagle Dame, dass sahen alle Kinder und Mütter genau so, egal wo man so stand, ohhh, die ist aber lieb, niedlich, darf ich sie mal streicheln. Klar ist das schön, aber ganz ehrlich, nach den vielen Jahren ging mir das irgendwann auf den Keks. Ist wohl das beste Mittel um Kontakte zu knüpfen, wollte ich aber nie.


    Es war ein Grund warum ich einen großen Hund dann haben wollte, aber meine Dame ist dann ja gar nicht so groß geworden und auch süß.


    Typisch Mensch wohl, wie es ist, was er hat, ist nicht richtig und es muss was anderes her.


    Ich gebe zu, als mein Sohn vor drei Jahren mit der CC Rasse um die Ecke kam, hab ich ja auch erst gesagt, warum denn so einer, da schaut dich jeder an und du kommst gleich in diese Schublade, dazu hat er noch viele Tattoos, Kappe, Bart, so wie sie heute halt so rum laufen. Aber sie haben sich das gut überlegt und nun ist es so wie es ist.


    Dennoch ist mein Blickwinkel wohl anders, ich kenne diese Angst halt nicht, da werde ich mein Sinn für den Gegenüber etwas schärfen, die anderen HH mehr beobachten ob da evtl. Sorge im Blick ist. Ich bin eh einer der als erster einen Bogen geht oder die Straßenseite wechselt.


    Hätte nicht so gedacht das HH echt Angst vor anderen Hunden haben.

  • Ich würde es, bei mir, nicht direkt als Angst bezeichnen.

    Aber ich habe vor grossen breiten Hunden deutlich mehr Respekt, als zb vom stürmisch Nacharshündchen, obwohl ich mit grossen Rassen aufgewachsen bin.

    Und, was ich auch zugebe, bei gewissen Rassen, glaube ich halt, dass die Besitzer genau deshalb, einen solchen Hund gekauft haben

    Auf Dauer nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an

    Marc Aurel

  • Mir begegnen die Leute meist neutral bis freundlich (egal ob RS,Mali,DSH oder XXXL RR).

    Ich habe die Hunde bei mir, und oft erzählen die Menschen das sie Angst haben, aber so ist es OK .


    Ich glaube es liegt wirklich auch an der Umgebung.

    Mir fällt kein Gespann ein, dass ein Klischee bedient.

  • Dennoch ist mein Blickwinkel wohl anders, ich kenne diese Angst halt nicht, da werde ich mein Sinn für den Gegenüber etwas schärfen, die anderen HH mehr beobachten ob da evtl. Sorge im Blick ist. Ich bin eh einer der als erster einen Bogen geht oder die Straßenseite wechselt.


    Hätte nicht so gedacht das HH echt Angst vor anderen Hunden haben.

    Irgendwie glaube ich ich, ist das auch vielleicht nicht repräsentativ - es entspricht überhaupt nicht meiner Alltagsrealität. Konnte das mit dunklen Hunden nie nachvollziehen, auch als Kind nicht.Ich glaube, dass diese "Angst" konditioniert ist. Meine Lieblingskatze war auch schwarz. Die früheste die ich kannte auch. Das war völlig normal, dass Fell von Tieren schwarz ist und dass Hunde groß sind. Ich kannte gar keine Kleinen.

    Und tatsächlich gucke ich mir die Hundehalter fast nie an, ich achte immer auf den Hund- und auf dessen Verhalten (außer diese verhalten sich mies oder brauchen Hilfe).

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